SK

Geschichte der Ziegelbrennerei in Pezinok

Die Verwendung der Brennziegel auf unserem Gebiet haben Römer im 1. Jahrhundert n. Chr. eingeführt. Die erste Fertigungsstelle haben sie in Stupava ca. im Jahre 71 gegründet. In dem zweiten Jahrhundert haben sie die Produktion der Brennziegel in Bratislava-Gerulat, Komárno und Trenčín (1) erweitert. Nach der Abfahrt der Römer aus dem Gebiet der Slowakei wahrscheinlich zeitweilig erlischt die Kenntnis der Brennziegelherstellung. Diese ist erst im Mittelalter erneuert, wenn der Ziegel als Qualitäts- und lukratives Element bei dem Aufbau der Tempel und Burgen benutzen beginnen wird.

Anfang der Ziegelbrennerei in Pezinok

Die erste schriftliche Erwähnung über der Brennziegelherstellung in Pezinok haben wir von dem Jahr 1615. Es geht um das königliche Privilegium des Königs Matej II. von 31.3.1615, in dem unter anderem das Grundstück erwähnt wird, auf dem sich der Ofen für das Ausbrennen der Ziegel (2) befindet hat.

Ziegelbrennerei in Pezinok im 17.-19. Jahrhundert

Nach der erhaltenen schriftlichen Dokumente hat die Stadt im Jahre 1665 43 000 Ziegel für den Bau von Zimburium (3) gekauft. Wir können berechtigt annehmen, dass die Mehrheit und möglichst auch alle Ziegel aus der lokalen Quellen gestammt haben. Im Jahre 1711 hat man zwischen dem Vermögen der Stadt Pezinok auch das Ziegelwerk erinnert, das die Stadt vermietet hat. Dem Ziegelmacher wurde jährlich 10x zu brennen genehmigt und aus jedem Brennen hat er der Stadt 1 000 Ziegel gegeben. Im Jahre 1780 bei der Zählung der Bevölkerung in Pezinok wurden auch einzelne Einzelhöfe und Meierhöfe erinnert, die der Stadt gehört haben. Zwischen denen wird auch der Einzelhof bei dem Ziegelwerk angeführt. Mit der größten Wahrscheinlichkeit geht es um das Ziegelwerk, weil das Palffy-Ziegelwerk, bzw. sein Verwalter (der Ziegelmacher) würden nicht in der Summe der Bevölkerung der freien königlichen Stadt Pezinok figurieren. Wir können voraussetzen, dass der Ziegel aus dem Stadt-, aber auch Pálffy-Ziegelwerk wurde vor allem für den Ausbau, bzw. für die Rekonstruktion der Häuser in Pezinok und seiner näheren Umgebung benutzt. Für die Demonstration des Bereiches ihrer Benutzung kann das nächste Beispiel dienen:

Im Jahre 1764 war in Pezinok zusammen 398 Häuser, davon:
- aus dem Stein und Brennziegel (materia solida) - 32 Häuser

- aus dem Stein, Brenn- und Rohziegel (solida crudaque materia) - 122 Häuser
- aus dem Rohziegel (teqrula cruda) - 244 Häuser (4)

Schon am Ende des 19. Jahrhunderts war aber dieses Verhältnis völlig anders. Im Pezinok sind damals 527 Häuser gestanden, davon:

- aus dem Stein und Brennziegel (materia solida) - 390 Häuser

- aus dem Stein, Brenn- und Rohziegel (solida crudaque materia) - 100 Häuser

- aus dem Rohziegel (teqrula cruda) - 37 Häuser (5)

Die Erweiterung der Ziegelproduktion wurde auf unserem Gebiet im 18.-19. Jahrhundert eingetreten, wenn die Fortschritte in der Technologie (Ringofen, Lehmmischer, Bandpresse) der Ziegelproduktion den fabrikmäßigen Charakter eingedrückt haben. In der sechziger bis achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts haben in der Produktion 2 Ziegelwerke - Stadt- und Pálffy- fortgesetzt. In beiden wurde je ein Ofen mit dem periodischen Brennen gebaut. Das Stadtziegelwerk hat auf seinen Produkten das Zeichen “St.B.” (Stadt Bosing) verwendet. Pálffy-Ziegelwerk hat das Zeichen “CP” (Comes Pálffy), bzw. “CJP” (Comes Johannes Pálffy) verwendet. Pálffy-Ziegelwerk hat noch im Jahre 1863 funktioniert, wenn schriftlich der Ziegelmacher Ján Veselý erinnert wurde, der im angeführten Jahr die Stadt um das Erlaubnis für die Eröffnung der Weinstube (6) ersucht hat. Es wurde im Jahre 1901 (7) zugrunde gegangen.

Konjuktur der Ziegelbrennerei in Pezinok

Pezinská tehelňa patrí medzi najstaršie tehliarske podniky na Slovensku. Bola založená v roku 1872, pravdepodobne na mieste staršej mestskej tehelne. Pôvodný sortiment tvorili keramické kachle a ručne vyrábaná plná tehla. Závod od svojho vzniku využíva ložiská kvalitných tehliarskych ílov na úpätí Malých Karpát, ktoré vznikli sedimentáciou usadením panónskeho mora v treťohorách (8).

I. pezinská parná tehelňa Imricha Rosslera

Das Ziegelwerk in Pezinok gehört zu den ältesten Ziegelbetrieben in der Slowakei. Es wurde im Jahre 1872 gegründet, wahrscheinlich auf der Stelle des ältesten Ziegelwerkes. Das ursprüngliche Sortiment haben die keramische Kachel und manuell produzierter Vollziegel gebildet. Das Werk hat ab seiner Entstehung die Lagerstellen der Qualitätsziegeltone auf dem Fuß von Malé Karpaty ausgenutzt, die mit der Sedimentation der Ablagerungen des panonischen Meers im Tertiär (8) entstanden sind.

I. Gasziegelwerk in Pezinok von Imrich Rossler

Im Jahre 1895 wurde das Erste Gasziegelwerk, von Bratislava-Unternehmer Imrich Rossler (9) gegründet. Imrich Rossler ist aus der Bratislava-Unternehmerfamilie Rossler gestammt, die schon im Jahre 1870 das manuelle Feldziegelwerk Devínska Nová Ves (10) gebaut hat. Im Jahre 1899 hat der Aufbau des ersten Hoffmans-Ringofen (sog. Kesseltreibens), der in dieser Zeit zu den modernsten Ziegelanlagen auf der Welt gehört hat, begonnen. In der Saison hat im Ziegelwerk 80-85 Arbeiter gearbeitet. Im August 1905 hat hier bis 358 Arbeiter gearbeitet, davon 51 Jugendlichen (14-16 Jahre) (11).

Spitzer- unteres Ziegelwerk

Nach dem Vergehen des Pálffy-Ziegelwerkes im Jahre 1901 hat der Wiener Unternehmer Viliam Spitzer das Erlaubnis das weitere Ziegelwerk zu bauen bekommen. Der volle Betrieb wurde hier im Sommer 1909 (12) eingeführt. Damals hat hier 162 Arbeiter, davon 30 Jugendlichen (10-14 Jahre) (13).

Arbeitsbedingungen in den Ziegelwerken in Pezinok

Die Arbeitsbedingungen in beiden Ziegelwerken waren sehr hart. Die Arbeitszeit in beiden Ziegelwerken hat durchschnittlich 10 Stunden täglich gedauert. Mit der Einwilligung des Arbeiters konnte die Arbeitszeit ausnahmsweise um zwei Stunden täglich verlängert werden. Man hat in der Tag- und Nachtschicht gearbeitet. Die Jugendlichen haben die tägliche Arbeitszeit auf 8 Stunden (14) bestimmt gehabt.

Pezinok-Ziegelwerke von Štefan Krise

Im Oktober 1909 hat das Rossler (obere) Ziegelwerk der Wiener Unternehmer Štefan Kriser (15) gekauft. Im Januar 1910 hat das Sh Leros (untere) Ziegelwerk die Gesellschaft Dr. Kahlenberger a spol. (16) gekauft. Diese hat unter den Namen Bazini agyagárugyár Dr. Kahlenberger és tárcsai die Produktion zu erneuern versucht und im Frühling 1910 hat sie sogar das Haus für die Arbeiter gebaut. Es hat 20 Zimmer und 10 Küchen gehabt. Am 13.5.1912 hat Štefan Kriser auch das untere Ziegelwerk (17) gekauft. Das untere Ziegelwerk hat aber bald die Produktion infolge Mangels an Qualitätsrohstoff abgestellt und die Gebäude wurden der Firma “Brüder Meyer” verkauft, die hier die Fabrik für die Produktion des Knochenleimes (von hier aus die Benennung Glejovka) eröffnet hat. Nach dem Jahre 1919 wir das Kriser-Ziegelwerk der größte Betrieb in der Stadt.

Soziale Verhältnisse und Arbeiterbewegung in den Ziegelwerken in Pezinok

Die Änderung des Besitzers in beiden Ziegelwerken hat die partielle Verbesserung von Lohnen, Zuerkennung des Leistungslohnes, auch für den manuellen Aufbruch der Ziegel, Naturalien, Holz und Kohle gebracht. Nicht einmal die künstliche Trockner konnten verhindern, damit der Betrieb auf 80 % den Saisoncharakter hat. Die Mehrheit von Arbeiter wurde im Oktober entlassen und in die Arbeit erst im März des nächsten Jahres angetreten hat. Während des Ersten Weltkrieges ist zu der Verschlechterung der Arbeitsbedingungen gekommen. Im Winter 1921/1922 ist es zu dem großen Abbau der Arbeiter aus dem Ziegelwerk gekommen. Noch in diesem Jahr wurde im Ziegelwerk der Bereichsverband der Chemie-, Bau- und Ziegelarbeiter, der zu der Internationalen Gewerkschaftsbund angegliedert hat.

Am 6.5.1922 wurde in Pezinok die Kommunistische Partei der Tschechoslowakei (KSČ) gegründet, in die fast alle Ziegelmacher, die bisher in der Sozialdemokratischen Partei organisiert wurden, überstiegen haben. Der KSČ-Vorsitzende in Pezinok ist Ján Brhlica und der stellvertretende Vorsitzende ist Aloiz Zweig gewesen, die eben im Pezinok-Ziegelwerk beschäftigt wurden (18). Die Mitgliederbasis hat am Ende Mai schon 230 Mitglieder gehabt und der ganze Zeitraum von zwanzigsten Jahren der 20. Jahrhundert haben sie fast ausschließlich die Arbeiter aus dem Ziegelwerk (19) gebildet. KSČ wurde anschließend Initiator und Organisator von mehreren Streiken im Ziegelwerk und in der breiten Umgebung von Pezinok gewesen. Schon im Jahre 1924 hat in Pezinok der erste organisierte Streik der Ziegelarbeiter in der Slowakei herausgebrochen. Der hat zwei Stunden gedauert und schließlich wurde mit dem Kompromissabkommen beendet. Im April 1925 ist zu dem gegen der Lohnsenkung geführte Proteststreik gekommen, der anschließend abgestoppt wurde (20). Im Jahre 1926 ist im Ziegelwerk Betriebsausschuss der Federation der Proletarierkörpererziehung (vorher Federation der Arbeiter Körpererziehungseinheit) entstanden, dessen Vorsitzende J. Nosál (21) gewesen ist. Am 24.-27.6.1927 hat die Produktion im Ziegelwerk großer Streik paralysiert, auf dem alle Arbeiter teilgenommen haben. Die Ziegelmacher haben gegen dem eigenmächtigen Versetzen der Arbeiter auf die Stellen mit dem niedrigen Lohn. Der Streik wurde wieder erfolgreich beendet und nach dem Eingriff einzigen Besitzers Štefan Kriser wurden die Arbeiter auf ihre ursprüngliche Plätze versetzt und ihnen wurde der Lohn nachgezahlt (22). Am Anfang des Saison im Jahre 1929 hat in Pezinok der von den Kommunisten organisierte Streik herausgebrochen. Die Streikende haben die Erhöhung der Lohne um 5 % angefordert. Nach 7 Tage wurde auch dieser Streik mit dem Abkommen beendet, nach dem der Betriebsbesitzer Štefan Kriser die Lohne um 3,5 % erhöht hat und nach der Beendigung der Saison er die Remuneration (23) ausgezahlt hat. Man muss aber feststellen, dass trotz der harten Arbeitsbedingungen, der starken Position der Kommunisten im Pezinok-Ziegelwerk und der Einheitlichkeit der Ziegelarbeiter haben fast alle Protestaktionen mit dem Abkommen beendet und ist hier nicht zu dem Gruppenabbau der Kommunisten und Gewerkschaftsobmänner gekommen so, wie es in anderen Ziegelwerken in der Slowakei (1931, 1936 Devínska Nová Ves) (24) geschehen ist.

Ziegelwerk in Pezinok im Zeitraum 1925-1938

Vom Jahre 1925 ist die umfangreiche Rekonstruktion und Modernisation des oberen Ziegelwerkes durchgelaufen. Am 31.10.1925 ist im Objekt des Betriebes das Treffen in der Sache der Bauerlaubnis für den Umbau von Kesseltreiben stattgefunden. Der anwesende Direktor Otto Kubie, Pezinok-Bürgermeister L. Korinek, der leitende Notar Šaško und die Vertreter der Bahn, des Bezirk- und Kreisamtes und der Industriekammer haben um die Erlaubnis entschieden, mit der Bedingung, daß ihrer Bestandteil auch der Aufbau des neuen Kamines der Höhe 60 Meter mit der oberen Lichtweite 1,80 Meter. Der Vertreter der Bahn hat gefordert, damit der Kamin in der Entfernung von 21 Meter von der Achse der Bahn nach gültigen Brandschutzregeln gebaut wird. Die Abnahme des fertigen Baues wurde am 14.8.1926 stattgefunden. Anschließend wurde das Objekt der Pressanlage Nr. 1., der aus der vollautomatischen Linie für die Produktion der Ziegel, des Oberofentrockners und Hoffmans-Ringofen zusammengesetzt wurde, gebaut. Die Mehrheit von Bauarbeiten hat die Firma Pittel a Brausewetter, Beton-Stahlbetonbaubetrieb, mit der Siedlung in Bratislava, realisiert. Die statische technische Berechnungen hat die Firma Erhart a Ehmann, Unternehmen von speziellen Bauten, Teplice-Šanov, realisiert. Die Projekte hat die Firma Heckmann a Wedegärtner, Ingenieurbüro für die Ziegel- und keramische Industrie, Wien (25,29) geliefert. Nach der Beendigung ist es um einen von den modernsten technischen Betrieben ihrer Zeit gegangen. Die Modernisation hat vor allem die Minderung der energetischen Kosten auf die Produktion der Ziegel verfolgt. Bei sog. gewölbten Ofen, die allgemein in dieser Zeit benutzt wurden, ist beim Brennen 1 000 Stücke der Verbrauch der Kohle 350-400 Kg gewesen. Die Kammerofen haben den Verbrauch 230-280 Kg der Kohle auf 1 000 Stücke Brennziegel gehabt und die Ringofen haben diesen Verbrauch auf 120-180 Kg der Kohle auf 1 000 Stücke Vollziegel (26) reduziert.

Am 10.9.1927 hat der Direktor Kriser um Erlaubnis des Aufbaues von Arbeiterhaus auf dem ehemaligen Kohn-Meierhof ersucht. Im Jahre 1933 hat Kriser-Ziegelwerk 3 Gibbson-Ringofen (modernisierter typ Hoffmana a Lichtu), sog. Kesseltreibens und 3 künstliche Trockner (27) gehabt. Der Lehm wurde mit dem Bagger in der Lehmgrube (heute sog. Alte Grube) und Klappwagen abgebaut, die die Arbeiter manuell in die Pressanlage geschoben haben, beziehungsweise nach der Qualität wurde noch auf der Halde, bzw. in der speziellen Betongruben - sog. Schlems abliegen gelassen. Der Lehm hat sich nach dem Herauspressen aus der Presse auf das gewünschte Format mit dem Abschneider geteilt. Der Ziegel hat dann manuell auf die Gleisflachwagen (bzw. Wagen) umgeladen, auf denen der Ziegel draußen für das Austrocknen ausgeführt haben, oder in einer von drei künstlichen Trockner, mit denen das Pezinok-Ziegelwerk disponiert hat. Der ausgetrocknete Ziegel wurde auf den Gleisewagen in den Ringofen transportiert, wo sich mit Kohle abgebrannt hat. Nach dem Abbrennen wurde der fertige Ziegel außen auf den Karren ausgeführt. Im I. Kriser-Ziegelwerk in Pezinok wurden im erwähnten Zeitraum der Dachziegel, der Ziegel, dünnwandiger Artikel und spezielle Produkte für die moderne Bauten produziert. Das Ziegelwerk hat seine Produkte auf dem ganzen Gebiet der Slowakei ausgeführt, aber es hat auch nach Mähren, Österreich und Polen exportiert. Der Wert des Ziegelwerkes wurde auf 16 Millionen tschechoslowakischen Kronen beziffert. Der Leiter des Betriebes ist der Direktor Otto Kubie (28) gewesen.

In diesem Jahr /1933/ wurden im Kriser-Ziegelwerk 290 Arbeiter (220 Männer + 70 Frauen) beschäftigt. Der wöchentliche Arbeiterlohn hat sich in der Spanne 100-380 tschechoslowakischen Kronen bewegt. Im Jahre 1938 wurde der Verkehrstunnel für die Kettenbahn in der Länge 36 Meter. Das ist wahrscheinlich die letzte umfangreiche Investition in Pezinok-Ziegelwerk bis den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges gewesen. Aufgrund dieser Investitionen und Modernisierung hat sich Štefan Kriser-Ziegelwerk in Pezinok zwischen die modernsten Ziegelbetriebe in der Tschechoslowakischen Republik angereiht, die in dieser Zeit nach Komenský-Konversationslexikon (Prag,1937, II. Band) 3 255 (2 782 Handziegelwerke und 473 Maschinenziegelwerke) gewesen sind. In diesen allen Ziegelwerke sind zusammen 3 624 Ofen (2 942 Kammerofen und 682 Kesseltreiben) (30) gewesen.

Štefan Kriser:
Im Jahre 1932 hat sich der Besitzer von Pezinok-Ziegelwerk um die Stelle des Mitgliedes im Handelsrat in Bratislava bewerbt. Diese Tatsache ermöglicht uns manche Informationen über diesem Unternehmer zu erkennen, weil der Befund von ihm, den das Präsidium des Kreisamtes in Bratislava am 19.3.1932 ausgearbeitet hat, hat sich bisher im Staatskreisarchiv in Modra aufbewahrt. Dieser Befund nach hat Štefan Kriser auch mit der Familie den Dauerwohnort in Pezinok gehabt, wo sich er 1-2 Tage in der Woche aufgehalten hat. Die übrige Zeit hat er in Wien verbracht, wo er im Verwaltungsrat von mehreren Teilnahme-Industriebetrieben gewesen ist. Außerdem hat er die führende Stelle im Büro seines Schwiegervaters Július Stern im Wien ausgeübt, der der Besitzer in der Weberwerkstatt in Stará Paka im Böhmen gewesen ist. Štefan Kriser hat auch in Bratislava die Mitgliedschaft im Verwaltungsrat in mehreren Industriebetrieben (31) ausgeübt.

Ziegelwerk in Pezinok während des Zweiten Weltkrieges

In den komplizierten politischen Verhältnissen nach München hat Štefan Kriser das Ziegelwerk aufgrund seiner jüdischen Herkunft verkauft. Neuer Besitzer des Ziegelwerkes wurde die Teilnahmegesellschaft Slovenské pezinské tehelne geworden, in der der Majoritätseigentümer der Graf Liechtenstein (32) gewesen ist. Der hat sich aber im Ziegelwerk nicht oft zu lange aufgehalten und mit der Leitung wurde der Betriebsdirektor Herr Merwart beauftragt. Im 40. Jahren hat das Pezinok-Ziegelwerk der genügende Abgang für die erhöhte Baubewegung gehabt und deshalb konnte es die Produktion erweitern. Wegen der niedrigen Lohne sind aber die Arbeiter aus dem Ziegelwerk weggegangen und das Werk hat mit dem Mangel der Arbeitskräfte geduldet, was auch mit der Teilnahme der Slowakei im Krieg zusammengehängt hat. Die Unzufriedenheit der Arbeiter mit den niedrigen Lohnen im Ziegelwerk hat angestiegen. Im Juli und August 1940 hat der Ausbruch des Streikes gedroht. In diesem Zeitraum sind aus der Arbeit insgesamt 23 qualifizierten Arbeiter (2 komplette Parten der Ausführer und 1 Parte der Einführer) und das Ziegelwerk mußte so ein Teil des Betriebes abstellen. (33) Nach der regelmäßigen Nachricht des Notars in Pezinok aus April 1942 sind im Ziegelwerk nicht mehr als 5-6 Arbeiter gewesen, die mit seiner Stellung zum Slowakischen Staat zuverlässig wären. Nach der Aussage von Direktor Merwart haben die Arbeiter im Ziegelwerk alle militärische Transporte und Güterzuge registriert, die um das Ziegelwerk durch die Bahn gefahren sind und die Informationen von denen haben sie der Empörung abgegeben. Im Mai 1943 hat das Ziegelwerk 330 Arbeiter, im Mai 1944 schon nur 225 Arbeiter beschäftigt, deshalb mußte es abwechselnd einen Ofen außer Betrieb setzen. Die Interventionen auf dem Arbeitsamt in Modra sind nicht erfolgreich wegen der allgemeinen Mangel der Arbeitskräfte auf dem slowakischen Arbeitsmarkt gewesen. Auch trotz der teilweisen Begrenzung der Produktion hat das Ziegelwerk aber ziemlich gut prosperiert. Nach der Informationen NÚZ hat das Ziegelwerk 2 539 000 Stücke der Vollziegel, inkl. Vorrat aus dem Jahre 1943 verkauft. Nach der Kontrolle NÚZ ist der Vorrat der Vollziegel zu dem Tag 4.5.1944 nur noch 80 000 Stücke gewesen. Die Unzufriedenheit zwischen den Arbeiter hat wieder im April 1944 ausgebrochen. Damals wurde sie unter anderem auch mit der Schwerfälligkeit der bürokratischen Administrative des Slowakischen Staates verbunden. Am Anfang des Jahres 1944 wurde aufgrund der Anforderungen von Arbeiter der Leistungslohn um 12-15 % erhöht. Aber die administrative Begrenzungen von Obersten Amt für die Versorgung (NÚZ), das den Einkauf der Ziegel nur aufgrund von ihm ausgestellten Kauferlaubnis ermöglicht hat, haben die Einhaltung des Planes und damit auch des Akkords unmöglich gemacht. Im gleichen Zeitraum sind gegen diesen Begrenzungen auch die Ziegelmacher in Turčiansky Svätý Martin und in Sučany aufgestanden. Die Situation im Pezinok-Ziegelwerk ist es gelungen schließlich die Situation zu beruhigen. Der Streik hat aber doch schließlich ausgebrochen. Es ist so am 4.7.1944 um 7.15 Uhr geschehen, wenn nach dem bewahrten Polizeibericht haben die Arbeit ohne Wissen und Zustimmung von Betriebsdirektion die Arbeiter Vincent Kabát, František Kellermann und Jozef Mecha, alle drei aus Pezinok, gestoppt. Auf ersten Sicht könnte es scheinen, daß diese drei Menschen doch die Produktion des ganzen Ziegelwerks (34) nicht paralysieren konnten. Wir müssen uns aber klar werden, daß die erwähnten Arbeiter als Brennschneider im Kesseltreiben gearbeitet haben und sie also die Finalarbeiter der Produktion gewesen sind. Infolge seines Streites wurden auch 3 Frauen, die mit dem Laden des Rohziegels auf die Wagen beschäftigt wurden und auch die Arbeiter an der Presse gezwungen, die Arbeit aufzuhören. Infolge des Streites wurde die Produktion um 30 000 - 40 000 Stücke gesenkt, was für den Betrieb den Verlust ca. 20.000 slowakischen Kronen bedeutet hat. Die Streikende sind verhaftet gewesen und ins Gefängnis wegen der Sabotage gegeben. Die Nachricht von diesem Streik hat der Kommandant von Pezinok-Gendarmstation Dudek geschrieben. Aufgrund der vorher angeführten Informationen können wir voraussetzen, daß die jährliche Produktion im Pezinok-Ziegelwerk in den Jahren 1943-1944 6-8 Millionen Stücke von Vollziegel gewesen ist. Dazu kann man selbstverständlich auch das übrige Zusatzsortiment (Dachziegel, dünnwandiges Material) zurechnen.

Ziegelwerk in Pezinok nach der Befreiung

Die Frontübergang am 1.-2.4.1945 durch Pezinok hat dem Ziegelwerk wahrscheinlich keine größere Schaden verursacht. Nach der Befreiung der Besitzer von Ziegelwerk, Slovenské pezinské tehelne, Teilnahmegesellschaft, hat die Produktion schrittweise erneuert, aber im Oktober 1945 wurde das Pezinok-Ziegelwerk mit den Natiponalisierungsdekreten 100-103/1945 und 108/1945 Slg von Präsident Beneš nationalisiert und hat die nationale Verwaltung, unter der bis 7.3.1946 ausgehalten hat, bekommen. Im Laufe des Jahres 1946 mit den Verordnungen des Industrieministeriums (Nr. 1206 von 9.5.1946 und Nr. 2046 von 24.10.1946) wurde es der Bestandteil von Nationalunternehmen Západoslovenské tehelne, mit der Siedlung in Pezinok gewesen. Der erste Betriebsdirektor ist am 24.9.1946 Dr. Pavel Jurkovič (35) geworden.

Abschluss

Pezinok ist vor allem mit seiner Weinbau- und Bergbautradition bekannt. Aber nicht alle wissen, daß zugleich mit denen in Pezinok auch mehrtausendjährige Tradition von berühmten Ziegelbrennerei in Pezinok ist. Auch wenn die Industrieziegelproduktion in Pezinok im Jahre 1875 begonnen hat, die erste schriftliche Erwähnung über der Ziegelproduktion in dieser Stadt ist schon von dem Jahre 1615 (das königliche Privilegium des Königs Matej II.). Das Genüge von Qualitätsrohstoff, Reichtum der Stadt und ihrer Bewohner haben fast das ganze 17.-19. Jahrhundert die Existenz von 2 Ziegelwerke: Stadt- und sog. Pálffy-Ziebelwerk ermöglicht. In der zweiten Hälfte (bzw. am Ende) 19. Jahrhundert haben aber beide Ziegelwerke erlischt. Im Jahre 1895 entstehet in Pezinok I. Gasziegelwerk von Imrich Rossler, der so die Pezinok-Ziegelbrennerei erneuert hat und die Fundamente für die moderne Ziegelproduktion in Pezinok gelegt hat. Am Anfang des 20. Jahrhunderts entstehet südlicher von heutigen Pezinok-Ziegelwerk sog. Unteres Ziegelwerk (auch Spitzer-Ziegelwerk, bzw. Kahlenberger-Ziegelwerk), daß aber früh aufgrund der Abforderung der Rohstofflagerstelle erlischt. “Das goldene Alter” hat die Pezinok-Ziegelbrennerei in 20. und 30. Jahren des 20. Jahrhunderts überlebt, wenn das Pezinok-Ziegelwerk Wiener Unternehmer Štefan Kriser gekauft hat, der die erhebliche Finanzmittel in seiner Erweiterung und Modernisierung investiert hat. Mit der Einführung sog. Gibbson-Ringofen wurde das Pezinok-Ziegelwerk ein von den modernsten Ziegelwerke in der Tschechoslowakischen Republik und überhaupt im Mitteleuropa gewesen. In dieser Zeit hat sie ca. 300 Arbeiter (1933 - 290, 1943 - 330, 1944 - 225) beschäftigt und sie war ein von den vorderen Arbeitsgeberen im Land. Im gleichen Zeitraum wurde das Pezinok-Ziegelwerk auch das Zentrum von der Arbeitsbewegung im Region (6.5.1922 Entstehung KSČ, Streike und Protestmarsche). Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Pezinok-Ziegelwerk ein von den strategischen Betrieben und seine ganze Produktion wurde unter der staatlichen Kontrolle distribuiert. Bei der Frontübergang hat das Ziegelwerk nur kleine Schaden geleitet und so konnte es früh erneuert werden.

Hinweise
Benutzte Literatur

Hinweise

1)- J. Slimák a kol. - Západoslovenské tehelne v Pezinku 1946-1976, Bratislava 1976
2) - J. Slimák a kol. - Západoslovenské tehelne v Pezinku 1946-1976, Bratislava 1976
3) - Dubovský J. a kol. - Dejiny Pezinka, Bratislava 1982, str. 47 (Údaje o stavbe nových hradieb boli čerpané zo zachovaného dokumentu, ktorý tvoril koncept správy o priebehu prác a vynaložených stavebných nákladoch v rokoch 1641-1664, vypracovanej v januári 1665 pre Dvorskú komoru vo Viedni.
4) - Dubovský J. a kol. - Dejiny Pezinka, Bratislava 1982, str. 53
5) - Dubovský J. a kol. - Dejiny Pezinka, Bratislava 1982, str. 53
6) - Kniha zápisnic z mestských zasadnutí v polovici 19.storočia, rukopis v ŠOKA-Modra.
7) - Dubovský J. a kol. - Dejiny Pezinka, Bratislava 1982, str. 118
8) - J. Slimák a kol. - Západoslovenské tehelne v Pezinku 1946-1976, Bratislava 1976
9) - ŠOKA-Modra, MMP, č. 937/1902, Erste Bosinger Keramik-Chamotte-Dachfalz und Dampfziegelei Ofen-und Thonwaaren-Fabrik
10) - J. Slimák a kol. - Západoslovenské tehelne v Pezinku 1946-1976, Bratislava 1976
11) - ŠOKA-Modra, č. 19/1911
12) - ŠOKA-Modra, č. 160/1905
13) - ŠOKA-Modra, č. 19/1911
14) - Dubovský J. a kol. - Dejiny Pezinka, Bratislava 1982, str. 118
15) - ŠOKA-Modra, č. 39/1918
16) - ŠOKA-Modra, č. 201/1910
17) - ŠOKA-Modra, č.2121/1911, 439/1912
18) - A. Vízner: Hospodárske a politické postavenie robotníkov v Pezinku medzi dvoma vojnami, Pezinok 1964, diplomová práce, strojopis v Štátnom okresnom archíve v Modre (ďalej len ŠOKA).
19) - ŠOKA-Modra, č.2760/1922
20) - A. Vízner: Hospodárske a politické postavenie robotníkov v Pezinku medzi dvoma vojnami, Pezinok 1964, diplomová práca, strojopis v ŠOKA.
21) - ŠOKA-Modra, OÚM, č. 733/1926
22) - ŠOKA-Modra, OÚM, č. 1056/1928
23) - ŠOKA-Modra, ObNÚP, č. 5487/1929
24) - J. Slimák a kol. - Západoslovenské tehelne v Pezinku 1946-1976, Bratislava 1976
25) - ŠOKA-Modra č. 1926-23-13140-67
26) - Ottúv slovník náučný, Praha 1892, V.zväzok
27) - PIVKO P. - Pamätná kniha mesta Pezinka 1933-1942,, rukopis v Štátnom okresnom archíve v Modre
28) - PIVKO P. - Pamätná kniha mesta Pezinka 1933-1942,, rukopis v Štátnom okresnom archíve v Modre
29) - ŠOKA-Modra č. 1938-152/-4968-40
30) - Komenského slovník náučný, Praha 1937, II. Zväzok
31) - ŠOKA-Modra OÚM, 1932/1/Č-13/Č-22
32) - Štátny oblastný archív v Bratislave, Krajský súd Bratislava, firemný register, A-VII-2973, B-XXXIV-2921
33) - ŠOKA-Modra, OÚM, č. 9202/1940
34) - ŠOKA-Modra 1944-D-1/662-D-1/1178-57
35) - J. Slimák a kol. - Západoslovenské tehelne v Pezinku 1946-1976, Bratislava 1976

Referenzen

- DEMOVIČOVÁ M. - Daňová agenda mesta Pezinka v 18. a v prvej polovici 19.storočia.
- Diplomatický a historický rozbor, Pezinok 1972, strojopis v Štátnom okresnom archíve v Modre
- DUBOVSKÝ J. a kol. - Dejiny Pezinka, Bratislava 1982
- DUBOVSKÝ J. - Peripetie slobody
- JAMNICKÝ F. - Kronika mesta Pezinka (náčrt dejín), Pezinok 1959, strojopis v Štátnom okresnom archíve v Modre
- kol. - Komenského slovník náučný, Praha 1937, II.zväzok
- kol. - Ottuv slovník náučný, Praha 1892, V.zväzok
- kol. - Pezinčan, mestský informačný časopis 1966-1998
- LEHOTSKÁ D. - Dejiny mesta Pezinka, Turčiansky Sv. Martin 1947
- PIVKO P. - Pamätná kniha mesta Pezinka 1933-1942,, rukopis v Štátnom okresnom archíve v Modre
- SLIMÁK J. a kol. - Západoslovenské tehelne v Pezinku 1946-1976, Bratislava 1976